Der Goethe Zauberkasten – mit dem Kinderspielzeug Zauberkasten zum Zauberkünstler

Die Geschichte des Zauberkastens erzählt die geschichtliche Entwicklung der Kunst des Zauberns. Abgesehen von den Zauberern und Priestern der antiken Zeit, rührt die moderne Zauberkunst aus erfahrenen Gauklern, Spielleuten und der Taschenspielerkunst her. Diese zogen über Jahrhunderte durch Städte und Dörfern der Antike, um ihren Lebensunterhalt mit wundersamen Künsten eher schlecht als recht verdienten. Der eintönige Alltag der Städte der Bewohner wurde durch das fahrende Volk von Gauklern bereichert, auch wenn die einheimische Bevölkerung in der Regel einen Argwohn gegenüber diesen hatte.

Taschenspieler und Zauberkünstler

Die Taschenspieler blieben im Mittelalter allerdings nicht von der Hexenverfolgung verschont, die sich in den Jahren von 1450 bis 1750 in Europa hinzog. Der englische Arzt Reginald Scot veröffentlichte bereits im Jahr 1584 sein Buch „The Discoverie of Witchcraft“, indem er viele der Zaubertricks aufklärte und die Hexenverfolgung als unchristlich und irrational erklärte. Sein Buch dient nicht nur der Aufklärung der Zauberei, sondern zudem als das erste Zauberbuch, welches Trickbeschreibungen überhaupt beschreibt. In den folgenden Jahren wurden Bücher, die der Aufklärung dienten, von anderen Autoren auf den Markt gebracht.

zauberer

Mit diesen Büchern wurden Geheimnisse der Taschenspielerkunst einer breiteren Masse bekannt, die davor nur von Gauklern zu Gauklern ausgetauscht wurden. Durch die Physik und Chemie erfuhr die Wissenschaft nach den dunklen Zeiten des Mittelalters einen massiven Aufschwung. Das Wissen, was zuvor nur wenigen Gelehrten bekannt war, gelangte danach in die Öffentlichkeit. Es erschuf eine neue Zauberkünstlergeneration, um mit neusten Erkenntnissen der Wissenschaft das Publikum zu verblüffen. Aus Taschenspielern und Gauklern wurden Zauberkünstler in Salons und Theatern der feinen Gesellschaft.

Die Eroberung von Wohnstuben und Kinderzimmern

Der Aufstieg der Zauberkunst, der sich von den Bühnen in Wohnstuben vollzog, ist dem Aufstieg des Bürgertums zuzuschreiben. Wenn es einem Bürger finanziell besser ging, hatte er eine größere Nachfrage nach einem passenden Zeitvertreib. Verschiedensten Künste fanden so ihren Einzug in Bürgerhäuser.

Es wurden fortan Gedichte geschrieben, Bilder gemalt und musiziert.

Der Dilettantismus

Der Dilettantismus trug maßgeblich dazu bei, dass unzählige Wissenschaftler und Künstler gefördert wurden, auch wenn der Begriff heutzutage eine abwertende Bedeutung trägt. Der Begriff wird oft mit fehlerhaft, stümperhaft, unsachgemäß und unfachmännisch gleichgesetzt. Johann Wolfgang von Goethe, einer der berühmtesten Dilettanten in Deutschland, mag daran Schuld tragen. Er beschäftigte sich neben seiner Dichtkunst noch mit anderen Dingen, die er nicht gelernt hatte. Die Beschäftigung der Farbenlehre gehört dazu.

Im Jahr 1831 schenkte Johann Wolfgang von Goethe seinen Enkeln einen solchen Zauberkasten und fügte bei „Ich habe nichts dagegen, dass Knaben
müßige Stunden mit diesen Thorheiten ausfüllen. Es ist ein gutes Mittel zur Übung der freien Rede und Erlangung körperlicher und geistiger Gewandtheit.“

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